
Entscheidende Auseinandersetzung um Erschließung des Piz Val Gronda/Ischgl steht bevor!
Seit über 20 Jahren wird in Ischgl die Erschließung des Areals südlich der Gampenbahn mit dem Piz Val Gronda geplant. Jahr für Jahr wurden Naturräume rund um die Idalpe und Palinkopf skitechnisch erschlossen. Die Erschließung des Piz Val Gronda konnte bis heute auch aufgrund massiver Proteste durch den OeAV, DAV, SAC, die Silvretta Allianz, CIPRA International und anderen Naturschutzorga-nisationen verhindert werden. Im Frühjahr 2006 startete die Silvretta Seilbahn AG einen neuen Anlauf.
Während auf der Schweizerischen Seite die bereits einmal ins Auge gefasste Verbindung Ischgl-Scuol/Engadin durch die Festlegung einer „Moorlandschaft von nationaler Bedeutung“ (Kantonaler Richtplan Graubünden, 2002) nicht mehr möglich ist, will die Silvretta Seilbahn AG den südlich der Gampenbahn verbliebenen Bergraum (siehe Abbildung) erschließen. Seit den Tiroler Landtagswahlen 2003 wurden diese Ambitionen verstärkt. Bisher wurden in der langjährigen Geschichte dieses Nutzungskonfliktes sämtliche Anläufe für die beabsichtigte Erschließung des Vesiltales samt Piz Val Gronda abgelehnt: Nun liegt das Dilemma des Naturschutzes, der Alpinen Raumordnung und damit des Oesterreichischen Alpenvereins darin, dass Betreiber von Seilbahnprojekten offensichtlich so oft und so lange immer wieder neue Anläufe zur Realisierung starten können, bis das Projekt genehmigt wird. Verliert der Naturschutz bzw. der Alpenverein nur ein einziges Mal, dann ist die herrliche Natur- und Hochgebirgslandschaft ein für alle Mal in ihrer Substanz, im Erscheinungsbild oder für Wanderer und Skitourengeher entwertet.
Der Grund für diesen massiven Widerstand sind neben der beeindruckenden Pflanzenwelt rund um den Piz Val Gronda die großartige geologische und geomorphologische Vielfalt, wie z.B. die seltenen Ringböden und Gips-Dolinen. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen bestätigen, dass dieses Gebiet rund um den Piz Val Gronda ein Forschungseldorado zahlreicher internationaler Universitäten darstellt. Die besondere geologische und geomorphologische Situation des Vesiltales samt Piz Val Gronda ist der Geologischen Karte der Republik Österreich 1:50.000, hrsg. von der Geologischen Bundesanstalt, Wien 1990, Blatt 170 Galtür zu entnehmen. Würde eine Genehmigung für die Seilbahnerschließung des Piz Val Gronda erteilt werden, so wäre neben einem Verlust einer einzigartigen Naturlandschaft auch der naturnahe Tourismus mit der Heidelberger Hütte als prominenten Wander- und Skitourenstützpunkt von den massentouristischen Begleiterscheinungen betroffen.
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Trotzdem bisher alle Projekte wohlbegründet durch das Amt der Tiroler Landesregierung bzw. durch die Landesregierung abgelehnt wurden, unternehmen Silvretta Seilbahn AG und Ischgl im Früjahr 2006 einen wohl entscheidenden Anlauf zur Realisierung der Erschließung des schweizerisch-österreichischen Grenzberges Piz Val Gronda (2.812 m) samt Vesiltal.
Nach einem Protokoll der Ischgler Gemeinderatssitzung vom 06. April 2004 unterstützt erstaunlicherweise auch Landeshauptmann Herwig van Staa offensichtlich das vom Alpenverein strikt abgelehnte Erschließungsprojekt auf den Piz Val Gronda: „Bezüglich Val Gronda erklärt Tourismusverbandsobmann Parth, dass LH Herwig van Staa die Aussage unter Anwesenheit von Adi Werner, Ingo Karl und seiner Wenigkeit getätigt habe, dass das Projekt Val Gronda als genehmigt betrachtet werden könnte.“ (Zitat aus dem Gemeinderats-Protokoll vom 06.04.2004) In der Tiroler Tageszeitung vom 26. April 2006 kündigt die Silvretta Seilbahn AG im Beitrag "Ischgl baut aus und will Mega-Schischaukel" einen neuen Anlauf für die Seilbahn-Erschließung des Piz Val Gronda an: "Das Projekt wird - unter neuem Namen ("Vesilbahn") neu eingereicht." Der OeAV hat dazu vorsorglich in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) ein Universitätsgutachten zur besonderen naturkundefachlichen Situation im Vesiltal und im Bereich Piz Val Gronda in Auftrag gegeben, welches nunmehr vorliegt. |
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Der Oesterreichische Alpenverein ersucht alle Freunde des Gebietes rund um die Umgebung der Heidelberger Hütte, zu welcher der Piz Val Gronda samt ihm umgebenden Hängen gehört, um Ihre Unterstützung.
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Rückfragen an: Peter Haßlacher, E-mail: peter.hasslacher@alpenverein.at |


