Positionspapier "Familienarbeit - Arbeit mit Kindern"
(Autorin: Dipl. Bio. Sybille Kalas)
1. Präambel
Kinder tauchen mit der ihnen eigenen Begeisterung und Hingabe in die Welt , die sie
umgibt, ein. „Mit kindlicher Begeisterung“ unterwegs zu sein ist eine wichtige
Kompetenz, will man Kinder in ihre Lebensräume begleiten.
„Die kindlichste und doch wissenschaftlichste Beschäftigung“, die darin besteht „zu
schauen, was es alles gibt“ (Konrad Lorenz) kann ein guter Ausgangspunkt sein, um mit
Kindern auf Augenhöhe zu kommen.
2. Forderung
• Wir wollen Eltern und andere Erwachsene auf Augenhöhe mit (ihren) Kindern bringen.
• Wir halten es für wichtig, Familien als Generationen-übergreifendes Erfahrungsfeld für
Kinder und Jugendliche zu verstehen und zu fördern.
• Wir halten es für wichtig, dass Kinder aus dieser Geborgenheit heraus die Möglichkeit
erhalten, Erfahrungen mit dem eigenen Körper und den umgebenden (Natur)Räumen
zu sammeln.
3. Folgerung
Wir wollen Eltern und allen, die mit Kindern unterwegs sind, Handlungsfelder in der Natur eröffnen. Dabei halten wir es für wichtig, dass Kinder diese Handlungsfelder selbstbestimmt wählen können. Daneben sollen auch zusätzliche Angebote stehen (Natursport, Spiele, Abenteuer...)
„Von Kindern lernen“ und „mit Kindern lernen“ steht gleichberechtigt neben „für Kinder
lernen“.
Dazu ist es wichtig, dass man Kindern zuschaut und daraus lernt.
• Wir machen vielfältige Angebote und hüten uns vor „Zwangsbeglückung“.
• Wir bieten Nutzungs- und Zugangs-Vielfalt an, entsprechend der Grundsäzue im Leitbild Naturbeziehung.
• Wir sind keine AnimateurInnen.
4. Konsequenzen
Unsere Arbeitsschwerpunkte liegen in unserem „angestammten“ Arbeitsgebiet der (alpinen) Natur- und Kulturräume. Daneben sollen aber die (urbanen) Räume, die dem Lebensalltag vieler Menschen entsprechen, nicht ausgeschlossen werden.
Mütter, Väter, Großeltern... und andere Familienmitglieder sollen vielfältige Kompetenzen auf den Gebieten vertiefen und erwerben, die ihre Kinder interessieren (Kinderfragen wahrnehmen und beantworten können, Interesse wecken, mitspielen....)
• Sie sollen sich trauen, Kinder ihre Grenzen selbst ausloten zu lassen.
• Sie sollen Kinder körperliche Herausforderungen annehmen lassen.
• Sie sollen Kinder an ganz privaten Kinderplätzen auch unter sich lassen.
• Sie sollen sich des kindlichen Zeitmanagements bewusst werden.
• Sie sollen Angebote der unterschiedlichen Lebensräume und „besonderen Plätze“
(wo die wilden KerlInnen wohnen...) für ihre Kinder zugänglich machen.
• Sie sollen die Balance zwischen Inszenierung und der Haltung „die Natur spricht für sich selbst“
finden.
• Sie sollen Kindern helfen, einen respektvollen, eigenverantwortlichen Umgang mit den Ressourcen der Lebensräume entwickeln. (Naturschutz – Natur-Nutz – „was verbietet sich von selbst?“...)
• Sie sollen den mitfühlenden Umgang der Kinder mit ihren Mitgeschöpfen wertschätzen und fördern.
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